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Vorbereitung des Zählers

Damit der WattWächter sämtliche Zählerdaten vollständig erfassen kann, müssen viele Stromzähler zunächst freigeschaltet werden. Ohne Freischaltung liefern die meisten Zähler nur einen eingeschränkten Datensatz.

Warum ist eine Freischaltung nötig?

Aus Datenschutzgründen sind moderne digitale Stromzähler ab Werk so konfiguriert, dass sie über die optische Schnittstelle nur einen minimalen Datensatz ausgeben. Um Zugriff auf den erweiterten Datensatz (z.B. aktuelle Leistung, detaillierte Verbrauchswerte) zu erhalten, muss der Zähler mit einer PIN freigeschaltet werden.

PIN beim Netzbetreiber anfordern

Die PIN erhältst du bei deinem Netzbetreiber (nicht beim Stromanbieter!). In der Regel genügt eine kurze E-Mail oder ein Anruf. Die PIN ist kostenlos und wird meist innerhalb weniger Tage mitgeteilt.

Den zuständigen Netzbetreiber findest du auf deiner Stromrechnung oder auf dem Zähler selbst.

Zähler mit der Taschenlampe freischalten

Bedient wird der Zähler über seinen optischen Taster – einen Lichtsensor, den du mit einer Taschenlampe anleuchtest. Bei manchen Zählern ist das ein eigenes Feld neben dem Display, bei vielen sitzt der Sensor aber direkt hinter der optischen Datenschnittstelle. Dann musst du den WattWächter bzw. Lesekopf vorher abnehmen.

Die Animation zeigt den kompletten Ablauf: PIN eingeben, Info-Modus einschalten, PIN-Schutz abschalten. Trägst du im Feld „Deine PIN“ deine eigene PIN ein, zeigt sie genau die Lichtimpulse, die du geben musst.

Worauf es ankommt:

  • InF On schaltet den erweiterten Datensatz ein. Ohne sendet der Zähler meist nur Zählerstände, keine aktuelle Leistung.
  • Pin OFF schaltet die PIN-Abfrage dauerhaft ab, damit die Werte nicht nach ein paar Minuten wieder gesperrt sind.
  • Kurzer Lichtimpuls = weiterzählen bzw. weiterblättern, 3–5 Sekunden Dauerlicht = Einstellung umschalten.
  • Zu früh weitergeblinkt? Warte, bis das Display in die Grundanzeige zurückspringt, und beginne neu.
  • Reihenfolge der Menüpunkte, Wartezeiten und Leuchtdauer unterscheiden sich je nach Hersteller. Im Zweifel hilft das Handbuch deines Zählers oder dein Netzbetreiber.

Vorsicht bei HIS CLr

Beim Blättern kommt vor InF meist HIS CLr. Dort nur kurz weiterblättern, nicht dauerhaft leuchten – sonst wird die Verbrauchshistorie des Zählers gelöscht.

Ablauf zum Nachlesen
  1. Einmal kurz auf den optischen Taster leuchten. Der Zähler macht einen Displaytest, danach erscheint die PIN-Eingabe mit 0 an der ersten Stelle.
  2. Pro Ziffer so viele kurze Lichtimpulse geben, wie die Ziffer verlangt (für eine 0 keinen), dann ca. 3 Sekunden warten. Der Zähler übernimmt die Ziffer und springt zur nächsten.
  3. Nach der letzten Ziffer ist der Zähler entsperrt und zeigt zusätzliche Werte wie die aktuelle Leistung.
  4. Mit kurzen Lichtimpulsen weiterblättern bis InF OFF (vorher erscheinen meist 2.8.0, die Werte der letzten 1, 7, 30 und 365 Tage und HIS CLr).
  5. Bei InF OFF 3–5 Sekunden dauerhaft leuchten, bis InF On erscheint.
  6. Ein kurzer Lichtimpuls führt zu Pin On. Wieder 3–5 Sekunden leuchten, bis Pin OFF erscheint.

Beide Einstellungen bleiben dauerhaft gespeichert.

Nach der Freischaltung

Nach erfolgreicher Freischaltung liefert der Zähler den erweiterten Datensatz. Der WattWächter kann nun alle verfügbaren Werte auslesen:

  • Aktuelle Leistung (Watt)
  • Zählerstand Bezug (kWh)
  • Zählerstand Einspeisung (kWh) — falls vorhanden
  • Weitere Detailwerte je nach Zählermodell

Du erkennst die erfolgreiche Freischaltung daran, dass im WattWächter-Dashboard die aktuelle Leistung angezeigt wird und nicht nur die Zählerstände.

Verfügbare Daten variieren

Welche Daten dein Zähler liefert, hängt von der Konfiguration durch den Hersteller bzw. den Netzbetreiber ab. Manche Zähler liefern nur Basisdaten (Zählerstand, Leistung), andere zusätzliche Werte wie Spannung, Strom oder Phasenleistungen. Diese Konfiguration kann vom Endnutzer nicht geändert werden. Zähler, die grundsätzlich keine aktuelle Leistung senden, sind in der Übersicht Unterstützte Zähler mit ¹ markiert.

Sonderfall: NES/Echelon-Zähler

Zähler von NES/Echelon funktionieren anders als die hier beschriebenen SML- und OBIS-Zähler: Sie senden nicht von selbst, sondern antworten nur auf Anfrage — und geben ihre Daten erst nach einer Anmeldung mit Passwort heraus. Eine PIN-Eingabe am optischen Taster gibt es bei ihnen nicht.

Dieses Passwort bekommst du von deinem Messstellenbetreiber. Frag es dort an, bevor du das Gerät in Betrieb nimmst — ohne Passwort bleiben die Messwerte leer.

Nur WattWächter Plus

Diesen Zählertyp unterstützt derzeit nur der WattWächter Plus, ab Firmware 1.2.1. Er erkennt ihn selbstständig; das Passwort trägst du anschließend in der Weboberfläche ein — siehe Einstellungen → Zähler.

→ Schlüssel anfordern, eintragen und Fehler eingrenzen: NES-Zähler auslesen (ANSI C12.18).

Nächster Schritt — Inbetriebnahme deines WattWächters: