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NES-Zähler auslesen (ANSI C12.18)

Zähler von NES/Echelon — verbaut unter anderem als NES 83334 und Echelon 83332 — verhalten sich anders als die große Mehrheit der deutschen Smart Meter. Sie geben ihre Daten nur nach einer Anmeldung heraus, und der dafür nötige Schlüssel kommt von deinem Messstellenbetreiber. Diese Seite erklärt, warum das so ist, wie du den Schlüssel anforderst und wo du ihn einträgst.

Nur WattWächter Plus, ab Firmware 1.2.1

Diesen Zählertyp unterstützt derzeit ausschließlich der WattWächter Plus. Für WattWächter Wi-Fi/USB und TTL gibt es den Weg über openHAB — siehe Alternative ohne WattWächter Plus am Seitenende.

Readonlykey, Zählerpasswort — dasselbe gemeint

Für den Schlüssel gibt es mehrere Namen. Netzbetreiber und Messstellenbetreiber sprechen meist vom Readonlykey, weil er ausschließlich zum Lesen berechtigt: Am Zähler lässt sich damit nichts verstellen, keine Tarifschaltung, kein Zählerstand, nichts. In der Weboberfläche des WattWächters heißt dasselbe Feld Zählerpasswort, im Protokoll selbst ist es das Security-Passwort der C12.18-Sitzung.

Wenn auf dieser Seite vom Readonlykey die Rede ist, ist immer derselbe Wert gemeint.

Was diesen Zählertyp besonders macht

Die meisten Zähler in Deutschland sprechen SML oder OBIS: Sie senden ihre Werte von sich aus im Sekundentakt über die optische Schnittstelle, und ein Lesekopf muss nur zuhören. Freigeschaltet werden die Detailwerte dort mit einer PIN, die du selbst am optischen Taster eingibst (Vorbereitung des Zählers).

Ein NES-Zähler sendet nichts von selbst. Er antwortet nur auf Anfrage, und vor der ersten Anfrage steht eine vollständige Sitzung:

Ident  →  Negotiate  →  Logon  →  Security (Readonlykey)  →  Tabellen lesen

Daraus folgen drei Dinge, die bei SML- und OBIS-Zählern keine Rolle spielen:

  • Eine PIN-Eingabe am Zähler gibt es nicht. Der optische Taster hat hier keine Funktion für die Freischaltung.
  • Ohne Readonlykey bleiben alle Messwerte leer. Das ist kein Defekt, sondern der vorgesehene Zustand bis zur Eingabe.
  • Der Zählertyp wird trotzdem automatisch erkannt. Die Erkennung braucht nur den Ident-Schritt, und der kommt ohne Schlüssel aus. Der WattWächter weiß also, dass er einen C12.18-Zähler vor sich hat, und fragt gezielt nach dem Schlüssel — das Fabrikat kann er allerdings erst nach der Anmeldung nennen, weil auch die Herstellerkennung in einer geschützten Tabelle steht.

Voraussetzungen

  1. WattWächter Plus mit Firmware 1.2.1 oder neuer (Software-Updates)
  2. Readonlykey für den verbauten Zähler, vom Messstellenbetreiber
  3. Gerät fertig eingerichtet und im WLAN — siehe Inbetriebnahme

Readonlykey anfordern

Den Schlüssel vergibt dein Messstellenbetreiber — das ist nicht zwingend dein Stromanbieter. Wer es ist, steht auf deiner Stromrechnung oder direkt am Zähler.

Für die Anfrage hilfreich:

  • die Zählernummer (auf dem Zähler aufgedruckt)
  • die Angabe, dass du den Readonlykey für die optische Schnittstelle (ANSI C12.18) brauchst
  • der Hinweis, dass es um eine rein lesende Auswertung deiner eigenen Verbrauchsdaten geht

Auch nach der Benutzerkennung fragen

Zur Anmeldung gehört neben dem Schlüssel eine Benutzerkennung (User-ID). In aller Regel ist das die 2 — so ist der WattWächter ab Werk eingestellt. Nennt dein Messstellenbetreiber ausdrücklich eine andere Kennung, trägst du sie im selben Einstellungsabschnitt ein.

Schritt für Schritt: Readonlykey eintragen

Derzeit nur über die Weboberfläche

Das Zählerpasswort lässt sich zurzeit ausschließlich in der Weboberfläche des Geräts eintragen. Smartphone-App und Cloud-Portal unterstützen diesen Zählertyp noch nicht — sie werden nachgezogen. Alles andere, von der WLAN-Einrichtung bis zur Anzeige der Messwerte, funktioniert wie gewohnt auch in der App.

1. Gerät anbringen und einrichten

Setze den WattWächter Plus mit dem Magnethalter auf die optische Schnittstelle des Zählers, versorge ihn mit Strom und binde ihn ins WLAN ein — der gewohnte Weg über die App ist in der Inbetriebnahme beschrieben.

2. Erkennung abwarten

Nach wenigen Minuten hat der WattWächter den Zählertyp erkannt. Du siehst das an zwei Stellen:

  • Die Status-LED pulsiert gelb — das Gerät wartet auf eine Eingabe von dir (siehe LED-Statusanzeige).
  • Im Dashboard der Weboberfläche steht ein gelber Hinweis 🔑 Zählerpasswort erforderlich, der direkt zur passenden Einstellung verlinkt.

3. Weboberfläche öffnen

http://wattwaechter-XXXXXXXXXXXX.local

Die zwölf X stehen für die Geräte-ID (die letzten 12 Zeichen der MAC-Adresse). Du findest sie in der App und im Cloud-Portal. Falls der Name im Browser nicht auflöst, geht es auch über die IP-Adresse — wie du sie findest, steht in den FAQ.

4. Einstellungen → Zähler öffnen

Der Abschnitt 🔑 Zähler erscheint nur, wenn ein C12.18-Zähler erkannt wurde. Bei SML- und OBIS-Zählern bleibt er ausgeblendet, weil er dort keine Funktion hätte. Siehst du ihn nicht, ist die Erkennung noch nicht durch — siehe Der Abschnitt „Zähler" fehlt.

5. Schlüssel eintragen

Feld Eingabe
Zählerpasswort Der Readonlykey, genau so wie erhalten — maximal 20 Zeichen. Das Feld ist aus Sicherheitsgründen immer leer; eine Eingabe ersetzt den gespeicherten Schlüssel, ein leeres Feld lässt ihn unverändert. Über dem Feld steht, ob bereits einer hinterlegt ist.
Benutzerkennung 2 stehen lassen, sofern dein Messstellenbetreiber nichts anderes nennt. Zulässig sind 0 bis 65535.

Groß- und Kleinschreibung, Leerzeichen

Der Schlüssel wird exakt so übernommen, wie du ihn eingibst. Kopierst du ihn aus einer E-Mail, gerät leicht ein Leerzeichen an den Anfang oder das Ende — der Zähler lehnt die Anmeldung dann ab, ohne dass man dem Feld etwas ansieht. Im Zweifel von Hand eintippen.

6. Speichern

Mit Speichern am Seitenende übernimmt das Gerät den Schlüssel und meldet sich unmittelbar am Zähler an. Wenige Sekunden später füllen sich die Kacheln im Dashboard.

Der Schlüssel wird verschlüsselt im Gerätespeicher abgelegt und von der API nie zurückgeliefert — abfragen lässt sich nur, ob einer hinterlegt ist.

Hat es geklappt?

Anzeichen Bedeutung
Status-LED grün Normalbetrieb, Sitzung steht
Gelber Hinweis im Dashboard verschwunden Anmeldung akzeptiert
Aktuelle Leistung zeigt einen Wert Tabelle 28 wird gelesen — der eigentliche Beweis

Ab hier ist der Zähler für den Rest des Geräts nicht mehr von einem SML-Zähler zu unterscheiden: App, Cloud-Portal, MQTT, REST-API, Modbus TCP und die Home-Assistant-Integration arbeiten unverändert weiter.

Welche Werte der Zähler liefert

Aus Tabelle 28 (Momentanwerte) und Tabelle 23 (Energieregister) bildet der WattWächter diese Werte ab:

Wert OBIS-Code Anmerkung
Aktuelle Leistung 1-0:16.7.0 Bezug minus Einspeisung — positiv bedeutet Bezug, negativ Einspeisung, wie bei SML
Zählerstand Bezug 1-0:1.8.0
Zählerstand Einspeisung 1-0:2.8.0
Strom L1 / L2 / L3 1-0:31.7.0, 51.7.0, 71.7.0
Spannung L1 / L2 / L3 1-0:32.7.0, 52.7.0, 72.7.0

Blindleistung noch nicht dabei

Tabelle 28 führt auch Blindleistungsfelder. Sie werden bewusst noch nicht ausgewertet, solange die Werte nicht an einem realen Zähler gegengeprüft sind. Lieber kein Wert als ein falscher.

Rücksicht auf die Kommunikation des Zählers

Ein NES-Zähler spricht über Funk mit dem Datenkonzentrator des Netzbetreibers. Eine dauerhaft offene optische Sitzung kann dabei stören. Der WattWächter geht deshalb bewusst zurückhaltend vor:

  • Regelmäßiger sauberer Logoff. Die Sitzung wird in festem Abstand (ab Werk 8 Minuten) abgebaut und sofort neu aufgebaut.
  • Tägliches Ruhefenster. Einmal am Tag ruht die Abfrage vollständig — ab Werk um 02:10 Uhr für 8 Minuten. In dieser Zeit kommen keine neuen Messwerte. Das ist kein Fehler. (Das Fenster setzt eine gestellte Uhr voraus; ohne Zeitsynchronisation wird nicht geruht, damit es nicht zu einer zufälligen Tageszeit greift.)
  • Ruhe nach Fehlversuchen. Nach einer abgelehnten Anmeldung wartet das Gerät 30 Sekunden, bevor es erneut versucht — manche Zähler sperren nach mehreren Fehlversuchen in Folge.
  • Gebremste Erkennung. Antwortet der Zähler über längere Zeit gar nicht, vergrößert das Gerät den Abstand zwischen den Erkennungsversuchen, statt die optische Strecke mit Dauerfeuer zu belegen.

Wenn es nicht klappt

⚠️ „Zählerpasswort wird abgelehnt"

Der Zähler hat die Anmeldung mit dem hinterlegten Schlüssel zurückgewiesen. Der Reihe nach prüfen:

  1. Leerzeichen am Anfang oder Ende — der häufigste Fall beim Kopieren aus E-Mail oder Passwort-Manager.
  2. Groß-/Kleinschreibung und leicht zu verwechselnde Zeichen (0/O, 1/l/I).
  3. Benutzerkennung — steht sie auf 2, und hat dein Messstellenbetreiber wirklich keine andere genannt?
  4. Richtiger Zähler — gilt der Schlüssel für die Zählernummer, die bei dir verbaut ist? Nach einem Zählertausch braucht es einen neuen.

Zwischen zwei Versuchen liegen jeweils 30 Sekunden Wartezeit. Probiere nicht in schneller Folge verschiedene Varianten durch, sondern kläre den Schlüssel im Zweifel beim Messstellenbetreiber.

In welcher Form kommt der Schlüssel?

Der WattWächter erwartet den Readonlykey als Zeichenkette mit bis zu 20 Zeichen. Bekommst du ihn in einer anderen Darstellung — etwa als 40-stellige Hexadezimalzahl —, trage ihn nicht auf Verdacht um, sondern wende dich an den Support.

Der Abschnitt „Zähler" fehlt

Der Abschnitt erscheint erst, wenn die Erkennung angeschlagen hat. Wenn er ausbleibt:

  • Firmwarestand prüfen — nötig ist 1.2.1 oder neuer (Software-Updates).
  • Lesekopf prüfen — sitzt er mittig auf der optischen Schnittstelle, hält der Magnet? Bei den meisten Zählern zeigt das USB-Kabel nach oben.
  • Etwas Zeit geben — die Erkennung arbeitet sich in Stufen vor und beginnt nicht sofort nach dem Einschalten mit dem gerahmten Ident-Request.

Werte bleiben leer, LED ist grün

Ein Blick auf die Uhr: Liegt der Moment im täglichen Ruhefenster (ab Werk 02:10 Uhr, 8 Minuten), ist das der vorgesehene Zustand.

Aussetzer im laufenden Betrieb

Einzelne verlorene Telegramme sind auf einer optischen Halbduplex-Strecke normal; das Gerät baut die Sitzung dann selbsttätig neu auf. Erst wenn der Zähler wiederholt nicht antwortet, wird die LED rot.

Kommt es häufiger vor, lässt sich das Verhalten über die REST-API nachjustieren — etwa ein größerer Abfrageabstand oder ein anderes Logoff-Intervall (siehe unten). Hilft das nicht, schick uns bitte einen Auszug aus dem Gerätelog (GET /api/v1/logs/ram) an den Support.

Für Fortgeschrittene: Feineinstellungen über die REST-API

In der Weboberfläche stehen nur Schlüssel und Benutzerkennung. Die übrigen Parameter sind absichtlich der REST-API vorbehalten — sie greifen in das Zusammenspiel mit dem Netzbetreiber ein und gehören nicht in den Alltagsbetrieb.

POST /api/v1/settings (WRITE-Token), alle Felder unter dem Objekt c1218:

Feld Werte Ab Werk Bedeutung
password max. 20 Zeichen Readonlykey. Leer lassen = unverändert
userId 065535 2 Benutzerkennung für den Logon
pollSeconds 1300 2 Abstand zwischen zwei Abfragen
logoffMinutes 01440 8 Abstand der sauberen Ab-/Neuanmeldung, 0 = Sitzung offen lassen
idleStart HH:MM 02:10 Beginn des täglichen Ruhefensters
idleSeconds 03600 480 Dauer des Ruhefensters, 0 = kein Ruhefenster
{
  "c1218": {
    "pollSeconds": 5,
    "logoffMinutes": 15
  }
}

GET /api/v1/settings liefert dieselben Felder zurück, dazu detected (Zähler erkannt) und passwordSet (Schlüssel hinterlegt) — nie den Schlüssel selbst.

Der aktuelle Zustand der Anbindung steht im Feld c1218 von GET /api/v1/history/latest. Es fehlt, solange kein C12.18-Zähler erkannt wurde:

Wert Bedeutung
password_required Zähler erkannt, kein Schlüssel hinterlegt
password_rejected Zähler weist den hinterlegten Schlüssel zurück
connected Sitzung steht, Werte werden gelesen
idle Tägliches Ruhefenster
comm_error Zähler antwortet nicht mehr

Alternative ohne WattWächter Plus

NES-Zähler lassen sich auch weiterhin mit openHAB und dem Add-on SmartMeterOSGP über einen optischen Lesekopf nach DIN EN 62056-21 auslesen — zum Beispiel mit dem WattWächter Wi-Fi/USB im USB-Modus. Dieser Weg braucht allerdings einen dauerhaft laufenden Rechner (PC, Raspberry Pi o. Ä.) mit openHAB; der Readonlykey wird dort im Add-on hinterlegt.


Du kommst nicht weiter? Der SmartCircuits-Support hilft bei der Einrichtung. Nenne uns dabei am besten dein Zählermodell und den Firmwarestand deines WattWächters.